Was ist eine Ankerplatte und wofür benötigt man sie im Geländerbau?

By Alex Pt.

Im Grunde genommen ist eine Ankerplatte ein einfach wirkendes Stück Metall, welches aber eine große Aufgabe erfüllt. Einfach gesagt handelt es sich dabei um eine Stahlplatte, bei der die Dicke abhängig vom Einsatzzweck variieren kann. Dazu besitzt sie strategisch platzierte Löchern oder Bolzen. Die Löcher sind präzisions-gefertigt und nicht zufällig angeordnet. Sie sollen Bolzen oder Stangen aufnehmen, welche in Beton verankert oder an andere Stahlkomponenten befestigt werden. Die Platten selbst sind häufig quadratisch oder rechteckig. Manchmal sind die Kanten ausgestellt oder mit Rippen verstärkt, damit eine zusätzliche Stabilität möglich ist.

Wofür Ankerplatten im Geländerbau verwendet werden

Redet man vom professionellen Geländerbau, ist die Qualität der Pfostenanbindung entscheiden, wenn es um die Lebensdauer der kompletten Konstruktion geht. Zwei recht kritische Aufgaben übernehmen hier Ankerplatten, denn sie koppeln den Geländerpfosten kraft- sowie formschlüssig an den Untergrund an. Gleichzeit verteilen sie außerdem zuverlässig die wirkenden Kräfte in das Fundament. Dafür gibt es zum Beispiel passgenaue Platten aus V2A (1.4301) Edelstahl mit geschliffener Oberfläche oder auch auch Stahl roh (S235) in „entzunderter“ Ausführung, wenn es um konstruktive Anwendungen geht, bei denen bauseits ein Korrosionsschutz erfolgen soll.

Zum Thema Material und Oberfläche:

Edelstahl-Varianten

Nimmt man Edelstahl-Varianten, sind welche mit sauberer Schliffrichtung sowie präzise gefassten Kanten ideal, wenn die Platten sichtbar bleiben (beispielsweise bei Außentreppen, Balkonen, hochwertigen Inneninstallationen). So ist eine typische Grundplatte 60 × 60 × 4 mm (V2A); gelasert, geschliffen und ohne Bohrungen (dann, wenn man Lochbilder selbst setzen möchte). Sollen Ankerplatten sichtbar bleiben und deshalb hochwertig wirken, sind die Platten auch mit zum Beispiel definiertem Schliff eine saubere Möglichkeit.

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Rohe Stahlplatten

Rohe Stahlplatten eignen sich für konstruktive Aufgaben, wenn zum Beispiel Schweißarbeiten vorgesehen sind oder ein Korrosionsschutz gewollt später erfolgen soll. In solchen Fällen sind diese  rohen Stahlplatten (S235) die wirtschaftlichste Lösung. Typische Varianten haben 2 oder 4 Randbohrungen und ein Mittelloch. Dank einer entzunderten Oberfläche können die Kanten sowie Schweißnähte gut nachbearbeitet werden, bevor eine bauseitige Verzinkung oder eine Beschichtung vorgenommen wird.

Die Materialstärken und das Tragverhalten

Umso größer ein Hebelarm/die Pfostenhöhe ist und umso höher die zu erwartenden Querkräfte (Anpralllasten am Handläufen, Windlasten) sind, desto mehr macht eine stärkere Platte oder ein vergrößertes Grundmaß Sinn.

Zu der Montagepraxis

Die Anker werden über zugelassene Systeme, zum Beispiel Betonplatten und Fundamente, gesetzt und die Ankerplatte wird kraftschlüssig angezogen. Das „Aufstecken“ des Pfostens als auch ein spannungsfreies Ausrichten werden durch das quadratische Mittelloch ermöglicht, bevor man verschweißt oder verschraubt. Die thermisch schonende Verarbeitung sowie ein Nacharbeiten der Schliffrichtung im Sichtbereich empfiehlt sich bei Edelstahl. Geht es um rohen Stahl, sollte man nach dem Fügen die Oberfläche gegen Korrosion schützen, weil dies Rostanrisse an Schweißnähten  sowie Schnittkanten verhindert.

Wo Befestigungen im Anschluss sichtbar bleiben, kann man mit Abdecklösungen arbeiten. So kann eine Abdeckplatte Schraubenköpfe kaschieren sowie für eine ruhige Optik über dem Fußpunkt sorgen. Damit lässt sich die technische Funktion mit einem klaren, hochwertigen Erscheinungsbild der gesamten Geländerlinie verbinden, was vor allem im Wohn- sowie Objektbau vorteilhaft ist.